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Wie nachhaltige Anlagen in der Coronakrise performt haben

Im Frühjahr litten die weltweiten Aktienmärkte unter der rasanten Ausbreitung des Coronavirus und seinen unabsehbaren Folgen auf die Weltwirtschaft: Der marktbreite US-Index S&P 500 verlor im ersten Quartal 2020 fast ein Viertel seines Wertes, für den MSCI World ging es um knapp 19 Prozent nach unten. Doch auch wenn der Kursrutsch nahezu alle Wertpapiere betraf, so zeigt sich bei genauerem Hinsehen, dass die Corona-Krise nicht nur Verlierer hervorbrachte.

Denn auf der Gewinnerseite standen klar nachhaltige Wertpapiere, wie uns ein Research von Fidelity eindrucksvoll vor Augen führt. Grundlage der Analyse ist die fünfstufige firmeneigene Bewertungs-Skala, nach der die nachhaltigsten Unternehmen die Note A bekommen und die in Bezug auf Nachhaltigkeit am schlechtesten abschneidenden Firmen die Note E. Insgesamt hat das Research-Team mehr als 2.600 Unternehmen untersucht und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass eine bessere Bewertungsstufe durchschnittlich mit einer um 2,8 Prozentpunkte besseren Performance der Aktie einherging.

Nachhaltige Fonds hängen klassische Geldanlage ab

Angesichts solcher Zahlen ist es nicht überraschend, dass auch nachhaltig ausgerichtete Aktienfonds ihre konventionellen Pendants in dieser Krise schlagen konnten. Das Analysehauses Scope hat in einer Studie dafür die Performance von nachhaltigen Aktienfonds für das erste Quartal 2020 mit der Wertentwicklung „konventioneller“ Produkte verglichen.

Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Während nachhaltige globale Aktienfonds im ersten Quartal 17,2 Prozent verloren, kam die konventionelle Peer-Group auf ein Minus von 18,9 Prozent – also in etwa auf einem Niveau mit dem MSCI World.

Doch die gute Performance der nachhaltigen Anlagen hat eine längere Historie als nur die Corona-Krise:

SRI steht für socially responsible investing, im Deutschen oft als ethisches Investment bezeichnet. Bitte beachten Sie, dass die vergangene Wertentwicklung kein Indikator für eine zukünftige Performance ist. Quelle: MSCI

Was sind die Gründe für die bessere Performance?

Den Scope-Analysten zufolge führt der Einsatz von Nachhaltigkeitsfiltern dazu, dass Fonds vor allem in Unternehmen mit hohen Gewinnmargen und soliden Bilanzen und stabilen Einnahmen investieren. Dies wiederum verschaffe diesen Firmen auch in Krisenzeiten eine relativ stabile Ertragslage, weshalb sie in einem wirtschaftlichen Abschwung geringere Verluste erleiden.

Wir sind davon überzeugt, dass die Nachhaltigkeit in der Geldanlage auch in Zukunft nicht an Bedeutung verlieren wird. Im Gegenteil: Wie sich an vielen Konjunkturprogrammen – zum Beispiel im Juni 2020, als die Große Koalition ein 130-Milliarden-Euro-Konjunkturpaket geschnürt hat und sich gegen die von der Industrie geforderte Kaufprämie für Diesel und Benziner entschieden hat und stattdessen Elektroautos fördert – zeigt, wird Nachhaltigkeit künftig für jedes Unternehmen noch mehr zum Erfolgsfaktor. Aufgeschlossene Unternehmen können und sollten in globalen Veränderungen, wie wir sie derzeit erleben, also durchaus auch Chancen sehen und Trends nutzen.

Risikohinweis: Die Kapitalanlage ist mit Risiken verbunden. Der Wert Ihrer Anlagen bzw. die Kurse der Investmentfonds wie auch die daraus fließenden Erträge sind Schwankungen unterworfen oder können ganz entfallen. Daher kann es passieren, dass Sie den von Ihnen angelegten Betrag nicht in voller Höhe zurückerhalten. Im Extremfall besteht auch das Risiko eines Totalverlustes Ihrer investierten Vermögenswerte.