Posted in:

Wie sich die Märkte nach ihren schwärzesten Tagen verhalten

In den letzten Monaten wurde nahezu jeder Bereich der Gesellschaft von der Verbreitung von COVID-19 zutiefst in Mitleidenschaft gezogen. Während Regierungen auf der ganzen Welt Maßnahmen ergreifen, um eine rasche Verbreitung des Virus zu vermeiden, haben die globalen Märkte eine nahezu beispiellose Volatilität erfahren, da Lockdown-Beschlüsse und Reisebeschränkungen die Wirtschaft fast vollständig zum Erliegen gebracht haben.

Dies ist natürlich mehr eine globale Gesundheitskrise als ein Finanzproblem, aber man kann nicht abstreiten, dass ein solcher Ausnahmezustand, wie wir ihn erleben, erhebliche Marktschwankungen mit sich bringt. Montag, der 16. März, war einer der schlimmsten Tage in der Geschichte der Aktienmärkte, während die Auswirkungen der globalen Abschottung wahrscheinlich noch einige Zeit zu spüren sein werden.

Dies veranlasste uns, darüber nachzudenken, wie der eintägige Kursrückgang am 16. März im Vergleich zu ähnlichen Bewegungen in der Geschichte der Aktienmärkte ausfiel und wie sich die Märkte danach tendenziell verhielten. Hier sehen Sie eine Grafik, die die negativen Tage des Dow Jones in den letzten 100 Jahren im Detail zeigt:

Es ist ein ziemlich düsterer Anblick. Nur während der Weltwirtschaftskrise und im Jahr 1987 wurden deutlichere Tagesrückgänge verzeichnet als im vergangenen Monat. Normalerweise steigt die Volatilität an, bis sie einen Höhepunkt erreicht. In diesem Fall haben wir ein solch starkes Ausmaß der Volatilität schneller als je zuvor erreicht.

Es liegt in der Natur der Coronavirus-Krise, dass die Auswirkungen sofort spürbar werden und die Dauer dieser Auswirkungen fast ausschließlich vom Erfolg der Eindämmungsstrategien und der Impfstoffentwicklung abhängt. Es ist jedoch wichtig, sich daran zu erinnern, dass chancenreichere Anlagen gelegentlich großen Schwankungen unterliegen werden, und diese Bewegungen zusammen mit der gegenwärtigen Volatilität im Kontext langfristiger Wachstumstrends zu betrachten sind.

Zu diesem Zweck haben wir uns angesehen, was nach historischen Marktabschwüngen geschah. Wir haben die vier schlimmsten Markttiefs der letzten 50 Jahre untersucht und das nachfolgende Wachstum kartiert, um uns ein Bild davon zu machen, wie die Märkte reagieren und sich über einen Zeitraum von drei Jahren erholen.

Einbrüche wie der gegenwärtige sind selten, aber nicht alle werden durch Wirtschafts- oder Finanzkrisen verursacht. Die Märkte wurden 2001 nach den Anschlägen des 11. September 2001 erheblich in Mitleidenschaft gezogen, z.B. durch eine kurzlebige Baisse, von der sich die Märkte unmittelbar danach erholten. Bei den drei anderen Beispielen, die wir betrachtet haben, handelt es sich um lang anhaltende, erhebliche Einbrüche, aus denen wir uns ein Bild davon machen können, wie sich die Folgen von COVID-19 auswirken könnten.

Ein Beitrag von Sebastian Fuhrmann. Sebastian hat eine Leidenschaft für innovative Technologien, die Welt der Kapitalmärkte und dafür, wie beides zusammen bessere Ergebnisse für Anleger erzielen kann. Er ist Investment Advisor bei Moneyfarm.

In allen Fällen reichte ein Zeitraum von drei Jahren aus, um ein positives Wachstum zu erzielen – selbst nach den historisch schlechtesten Entwicklungen des Dow Jones auf Tagesbasis. Nach den Rückgängen in den Jahren 1987, 1997 und 2008 war das Wachstum in den folgenden drei Jahren beträchtlich. Aus heutiger Sicht ist es noch zu früh, um mit Sicherheit sagen zu können, dass wir den Tiefpunkt durchschritten haben – nehmen wir zum Beispiel die Entwicklung im Jahr 2008. Investitionen in diese Tiefpunkte können sich jedoch mittel- bis langfristig auszahlen, auch wenn wir noch weitere Volatilität beobachten könnten, bevor ein anhaltendes Wachstum erreicht werden kann.

Wenn sich diese Erwartungen bewahrheiten, dann bekräftigt das nur unser Engagement für langfristige Investitionen. Die Märkte haben sich in der Vergangenheit immer wieder erholt. So sehr die Entwicklung der Vergangenheit kein Garant für die Zukunft ist, können wir zuversichtlich sein, dass sich die Märkte mittelfristig erholen werden und dass diese Erholung Anleger belohnt, die investiert bleiben oder um den Tiefpunkt herum einsteigen. Wie wir unseren Anlegern immer verdeutlicht haben, führt der Verkauf in Zeiten niedriger Kurse zu einer Zementierung der Verluste, die während des Abschwungs erlitten wurden.

——

Risikohinweis: Die Kapitalanlage ist mit Risiken verbunden. Der Wert Ihrer Anlagen bzw. die Kurse der Investmentfonds wie auch die daraus fließenden Erträge sind Schwankungen unterworfen oder können ganz entfallen. Daher kann es passieren, dass Sie den von Ihnen angelegten Betrag nicht in voller Höhe zurückerhalten. Im Extremfall besteht auch das Risiko eines Totalverlustes Ihrer investierten Vermögenswerte. Die vergangene Wertentwicklung ist kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Ergebnisse. Bei der Einschätzung von Moneyfarm handelt es sich um eine stichtagsbezogene Analyse, die sich in der Zukunft ändern kann.