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Was ist eine Zentralbank?

Ein Jahrzehnt nach der Finanzkrise sind alle Augen auf die Zentralbanken gerichtet, sobald diese ihre Geldpolitik anpassen. Aber was macht eine Zentralbank eigentlich?

Nach der globalen Finanzkrise versuchten die Zentralbanken, die Wirtschaft durch Zinssenkungen und quantitative Lockerung (QE) anzukurbeln. Dabei wird neues Geld geschaffen, um zum Beispiel in Staatsanleihen zu investieren.

Fast ein Jahrzehnt später hat sich die Geldpolitik kaum verändert. Die Zentralbanken möchten zwar zu einer normalen Geldpolitik zurückkehren, ein Anziehen der Schrauben könnte sich aber verheerend auf die Finanzen der Verbraucher und die Finanzmärkte auswirken. Einige, wie die Federal Reserve, sind der Normalisierung aber schon einen Schritt näher gekommen.

Was macht eine Zentralbank?

Die Rolle der Zentralbanken variiert je nach Land. Die 1913 gegründete US-Notenbank, die Europäische Zentralbank und die Bank of England in Großbritannien erfüllen allerdings ähnliche Aufgaben.

Sie kontrollieren zum Beispiel die Geldpolitik, regulieren den Bankensektor und erbringen Regierungsdienstleistungen. Geldpolitik bedeutet im Wesentlichen eine Steuerung der Geldmenge in der Wirtschaft. Ihr Ziel ist es, ein sichereres, flexibleres und stabileres Finanzsystem zu schaffen.

Wie kontrollieren die Zentralbanken die Inflation?

Die Inflation ist ein wichtiges Konzept, das von Sparern und Anlegern oft ignoriert wird. Sie misst die Preissteigerung von Waren und Dienstleistungen, indem sie den Wert eines umfangreichen Warenkorbes überwacht.

Die Inflation misst, wie diese Preise im Laufe der Zeit schwanken. In einer gesunden, wachsenden Wirtschaft geben Verbraucher und Unternehmen mehr aus. Diese erhöhte Nachfrage treibt die Preise in die Höhe. Sinkt die Nachfrage, steigen die Preise, und die Wirtschaft tritt in eine Phase der Disinflation ein, bevor die Deflation beginnt und die Preise sinken.

Aber warum ist die Inflation für Sparer und Investoren wichtig? Sie verringert mit der Zeit die Kaufkraft von Bargeld, wodurch das Geld auf einem Sparkonto (mit vernachlässigbaren Zinsen) tatsächlich an Wert verliert.

Wie funktioniert die Geldpolitik?

Die Zentralbanken versuchen, die Inflation einem von der Regierung festgelegten Ziel anzupassen, indem sie Geldpolitik betreiben. Das bedeutet, dass sie die Zinssätze anpassen und quantitative Lockerung betreiben.

Da eine höhere Inflation ein Symptom für eine überhitzte Wirtschaft sein kann, werden die Zentralbanken die Geldpolitik straffen, um das Wirtschaftswachstum zu verlangsamen.

Steigen die Preise langsam wieder, kann die Zentralbank die Geldpolitik lockern, um die Nachfrage zu erhöhen – genau das hat sie nach der Finanzkrise getan.

Der Diskontsatz

Durch eine Änderung des Diskontsatzes können die Zentralbanken die Zinssätze der Banken und Bausparkassen beeinflussen.

Eine Senkung des Diskontsatzes wirkt sich auf die Erträge von Sparkonten wie Cash ISAs aus, was für die Sparer eine schlechte Nachricht ist. Die Renditen von Cash ISAs brachen von ca. 6 % im Jahr 2007 auf etwas mehr als 1 % ein.

Die Kreditaufnahme wird jedoch in einem Niedrigzinsumfeld wesentlich attraktiver. Da billiges Geld zur Verfügung steht, werden Ausgaben gefördert. Ein Anstieg der Ausgaben erhöht die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen, was – wie bereits erklärt – die Inflation steigen lässt.

Zinssatzänderungen wirken sich ebenfalls auf die Finanzmärkte aus, da sie zum Beispiel den Wert von Immobilien und Aktien erhöhen.

Was ist die quantitative Lockerung?

Die Zentralbanken verfügen über ein weiteres Instrument in ihrem geldpolitischen Arsenal: die quantitative Lockerung. Wenn der Diskontsatz niedrig ist und die Inflation unter die Zielvorgabe der Regierung zu sinken droht, können die Zentralbanken Geld direkt in die Wirtschaft pumpen, um die Ausgaben zu fördern.

Sie schaffen also auf elektronischem Wege neues Geld, um zum Beispiel in Staatsanleihen zu investieren. Durch die Senkung der Kosten für die Kreditaufnahme und die Erhöhung der Preise von Vermögenswerten sollten die Ausgaben steigen.

Dabei handelt es sich um eine neue Form der Geldpolitik, die zum ersten Mal nach der Finanzkrise eingesetzt wurde. Es gibt immer noch Bedenken, wie die Volkswirtschaften auf das Zudrehen der Geldhähne reagieren könnten. Zu viele billige Kredite könnten im Falle einer Zinserhöhung auch jede Menge Ärger bedeuten.

Die Unabhängigkeit der Zentralbank ist wichtig

Da die Entscheidungen einer Zentralbank im ganzen Land und sogar weltweit zu spüren sind, ist es wichtig, dass die Zentralbank von der Regierung unabhängig ist. Es ist aber wichtig, zu bedenken, dass es selbst in einem Niedrigzinsumfeld immer noch Möglichkeiten gibt, Ihr Geld wachsen zu lassen und sich auf die Zukunft vorzubereiten.

Die Geldanlage an den Kapitalmärkten kann Ihnen dabei helfen, die Kontrolle zu übernehmen, Ihr Geld vor den Auswirkungen der Inflation zu schützen und Ihren finanziellen Zielen einen Schritt näher zu kommen. Wir bei Moneyfarm unterstützen Sie bei diesem Schritt, indem wir Ihr Risikoprofil ermitteln und das für Sie passende Portfolio laufend überwachen.

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Risikohinweis: Die Kapitalanlage ist mit Risiken verbunden. Der Wert Ihrer Anlagen bzw. die Kurse der Investmentfonds wie auch die daraus fließenden Erträge sind Schwankungen unterworfen oder können ganz entfallen. Daher kann es passieren, dass Sie den von Ihnen angelegten Betrag nicht in voller Höhe zurückerhalten. Im Extremfall besteht auch das Risiko eines Totalverlustes Ihrer investierten Vermögenswerte. Die vergangene Wertentwicklung ist kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Ergebnisse. Bei der Einschätzung von Moneyfarm handelt es sich um eine stichtagsbezogene Analyse, die sich in der Zukunft ändern kann.