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Was ist ein Robo-Advisor?

Die Digitalisierung hat unser Leben und unsere Gewohnheiten kolossal verändert. Dazu gehört etwa unsere Art zu kommunizieren, zu konsumieren, zu arbeiten und zu lernen. Vieles, was früher mit viel Aufwand, Mühe und auch Kosten verbunden war, lässt sich heute problemlos und bequem mit wenigen Mausklicks von zu Hause aus erledigen. Auch die Geldanlage kann papierlos und transparent erfolgen: mithilfe von digitalen Vermögensverwaltern, sogenannten Robo-Advisors. Robo-Advisors gibt es in Deutschland viele, aber nicht alle erfüllen die Standards für eine gute digitale Geldanlage.

Robo-Advisors auf dem Vormarsch

Auch bei der Geldanlage und in der Vermögensverwaltung ist der digitale Wandel im vollem Gang. Waren Anleger einst auf den Beistand eines Vermögensberaters angewiesen, um ihr Geld möglichst gewinnbringend zu investieren, sind es heute Robo-Advisors, die blitzschnell das Anlageuniversum nach der bestmöglichen Investmentstrategie durchsuchen. Experten gehen davon aus, dass Robo-Advisors aufgrund ihrer Effizienz, ihrer Nutzerfreundlichkeit sowie ihren Kostenvorteilen bald so selbstverständlich sein werden, wie es bereits jetzt alltäglich ist, Musik zu streamen oder Überweisungen per App zu tätigen.

Auf der Suche nach dem Optimum

Die Bezeichnung Robo-Advisor – zusammengesetzt aus den englischen Wörtern „Robot“ (Roboter) und „Advisor“ (Berater) – ist eigentlich etwas irreführend. Denn bei einem Robo-Advisor handelt es sich natürlich nicht um eine Maschine in Beratergestalt, sondern um ein auf algorithmischen Modellen basierendes Computerprogramm. Die Software analysiert die Investmentziele und die Risikoneigung des Anleger und leitet daraus eine optimierte Anlagestrategie ab. Darauf basierend erfolgt die Konstruktion des Portfolios durch Investitionen in die entsprechenden Vermögenswerte. In der Regel übernimmt der Robo-Advisor auch die fortlaufende Überwachung und Anpassung der Asset Allocation.

So funktionieren Robo-Advisors: Hightech für das Depot

  1. Analyse der Anlegerprofils. Um die für den Kunden passende Strategie zu finden, muss der Robo-Advisor zunächst dessen Anlagepräferenzen und Investmentziele kennen. Zu diesem Zweck fragt das Programm eine Reihe von wichtigen Parametern ab. Dazu gehören unter anderem die finanziellen Verhältnisse des Anlegers, sein Investmenthorizont, seine Risikobereitschaft und seine bisherigen Kenntnisse mit Wertpapiergeschäften. All das geschieht über eine Online-Befragung. Für den Kunden ist das nicht nur bequem, sondern zumeist auch mit keinem hohen Zeitaufwand verbunden. Aus den gewonnen Daten erstellt der Robo-Advisor im Anschluss ein detailliertes Anlegerprofil.
  2. Ermittlung der Anlagestrategie. Die Strategie ergibt sich aus der durch das Anlegerprofil ermittelten Risikobereitschaft des Kunden. Bei konservativen Anlegern kann die Strategie zum Beispiel auf Werterhalt ausgerichtet sein. Der Investmentfokus liegt dann schwerpunktmäßig auf sicheren Anlageklassen wie Anleihen oder Geldmarktpapieren. Mit zunehmender Risikobereitschaft sowie höheren Renditeerwartungen erhöht sich der Anteil chancenreicher Assets wie Aktien. Auch andere Anlageklassen wie Rohstoffe können unter Diversifikationsaspekten in die Strategie mit aufgenommen werden.
  3. Umsetzung der Anlagestrategie. Ist der Anleger mit der vom Robo-Advisor vorgeschlagenen Strategie einverstanden, wählt das Programm diejenigen Vermögenswerte aus, die zur Umsetzung der Strategie am besten geeignet sind. Als Instrumente kommen vor allem ETFs zum Einsatz. ETFs sind börsengehandelte Indexfonds, die die Wertentwicklung eines Referenzindex nahezu eins zu eins abbilden. Solche Indexfonds haben mehrere Vorteile: Zum einen sind ETFs als passive Anlageprodukte ausgesprochen günstig. Zum anderen gibt es sie auf nahezu jede Anlageklasse, wodurch eine optimale Diversifikation des Zielportfolios erreicht werden kann. Neben ETFs können Robo-Advisors auch klassische, aktiv gemanagte Investmentfonds nutzen.
  4. Überwachung und Anpassung. Um die angestrebte Asset-Allokation dauerhaft beizubehalten, überwacht der Robo-Advisor das Portfolio und schichtet es bei Bedarf automatisch um. Erreicht zum Beispiel die Aktienkomponente im Zeitverlauf ein Gewicht im Zielportfolio, welches sich nicht mehr mit der Risikobereitschaft des Anlegers vereinbaren lässt, wird durch den Verkauf von Aktien-ETFs und dem Kauf der unterrepräsentierten Vermögenswerte die ursprüngliche Portfoliostruktur wiederhergestellt. Manche Robo-Advisors setzen auch auf ein aktives Management und passen die Portfolios dem Marktbedingungen und -aussichten an.

So erleichtern Robo-Advisors Anlegern die Geldanlage am Kapitalmarkt.

Professionelle Vermögensverwaltung muss nicht teuer sein

Begeisterten sich in den Anfängen des Robo Investing vor allem junge, technikaffine Menschen für die digitale Vermögensberatung, vertrauen mittlerweile auch immer mehr ganz gewöhnliche Anleger ihr Erspartes – oder zumindest Teile davon – dem „Kollegen Roboter“ an. Ein wichtiges Motiv sind die Kostenvorteile, die digitale Vermögensverwalter gegenüber herkömmlichen Portfoliomanagern haben. Bei Robo-Advisors sind die Prozesse automatisiert und damit weniger personalintensiv.

Beträchtliches Einsparpotenzial durch digitale Technologie

Angenomme, Sie möchten 50.000 effektiv und vor allem kostengünstig anlegen: In der traditionellen Finanzberatung können für das Management eines Portfolios mit einem Volumen von bis zu 50.000 Euro jährliche Gebühren in Höhe von 1,5 bis 2,5 Prozent fällig werden. Robo-Advisors kommen bei einem ähnlichen Portfolio dagegen im Schnitt mit Jahresgebühr von weniger als einem Prozent aus. Im Laufe der Zeit kann sich dieser Preisvorteil zu beträchtlichen Summen addieren wie folgendes Beispiel zeigt: Ein Kostenvorteil von einem Prozentpunkt bedeutet bei einem Anlagevolumen von 50.000 Euro über einen Zeitraum von 10 Jahren eine Gebührenersparnis von stolzen 5.000 Euro.

Robo Advisory kennt keine Zugangsgrenzen

Im Gegensatz zu den meisten traditionellen Vermögensverwaltungen ist die Online-Geldanlage auch mit vergleichsweise kleinen Summen möglich, also mit Beträgen unter 10.000 Euro – bei Moneyfarm sind es zum Beispiel 5.000 Euro. Die Technologie steht somit nicht nur sehr wohlhabenden Klientel zur Verfügung, sondern ist auch ganz gewöhnlichen Sparern zugänglich. Auch beim Vermögensaufbau können digitale Verfahren punkten. Zum einen lassen sich mit Robo-Technologie Sparpläne, etwa für die Altersvorsorge, individuell maßschneidern. Zum anderen wirken sich die digitalen, kostengünstigen Strukturen kaum negativ auf die Renditen aus, wie es bei der klassischen Vermögensverwaltung oft der Fall ist.

Robo-Advisors im Test: Nicht alle Robo-Berater arbeiten gleich gut

Während Bankberatungen zumeist teuer sind und oft nicht zu kundenorientieren Lösungen führen, da Berater bevorzugt hauseigene Produkte verkaufen, ermöglichen Robo-Advisors dem Anleger einen preiswerten, unabhängigen und transparenten Zugang zu professionellen Anlagestrategien. Doch Robo-Advisor ist nicht Robo-Advisor. Bei den in Deutschland tätigen Robo-Advisors gibt es qualitative Unterschiede, wie die folgenden zwei Beispiele zeigen:

  • Mangelnder Spielraum. Bei einigen Robo-Advisors ist das Anlage- und Produktuniversum (stark) eingeschränkt, worunter die Diversifikation leiden kann. Doch genau damit geht ein zentraler Vorteil einer digitalen Vermögensberatung verloren, da die ermittelten Robo-ETF-Portfolios mitunter hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben.
  • Starre Portfolien. Bei anderen Robo-Advisors stoppt die Arbeit bereits nach der Erstellung des anfänglichen Zielportfolios. Alles andere, angefangen von der Überwachung des Portfolios über Anpassungen bis hin zum Risikomanagement, bleibt dem Anleger überlassen. Wenn dieser nicht die Zeit oder das Know-how hat, um das Portfolio fortlaufend zu steuern, bleiben die erworbenen Vermögenswerte bis zum Ende des Anlagehorizonts unverändert bestehen. Eine solch starre Zusammensetzung kann dazu führen, dass sich im Portfolio Klumpenrisiken bilden und die Zusammensetzung im Zeitverlauf völlig von den ursprünglichen Vorgaben des Anlegers abweicht. Eine wirkliche Hilfe stellt eine solche diskretionäre Vermögensverwaltung daher nicht dar.

Warum eine menschliche Komponente sinnvoll sein kann

Robo-Advisors der neuesten Generation greifen im Gegensatz zu diskretionären Modellen aktiv in das strategische Portfoliomanagement ein und zeichnen sich durch eine fortlaufende Minimierung von Kosten und Risiken aus. Doch auch das kann gewisse Tücken haben, etwa, wenn der Algorithmus in Zeiten starker Marktturbulenzen serienweise Kauf- oder Verkaufstransaktionen auslöst. Das erhöht nicht nur die Kosten, sondern kann sich mitunter auch als kontraproduktiv und damit schädlich für die Strategie erweisen.

Das Problem lässt sich lösen, indem Mensch und Maschine Hand in Hand zusammenarbeiten. Man könnte auch von Robo-Advisors mit menschlichem Touch sprechen. Bei der menschlichen Komponente handelt es sich um einen realen Portfoliomanager, der ergänzend zum Programm bestimmte Aufgaben übernimmt, etwa um die Risikovorgaben einzuhalten oder Marktchancen optimal zu nutzen. In Tests schnitten solche Modelle besonders gut ab.

In der Praxis kann das Teamwork zwischen Mensch und Maschine zum Beispiel so aussehen: Die Software beobachtet die Marktschwankungen am Kapitalmarkt und überprüft, ob das Portfolio noch im Einklang mit dem gewünschten Risikolevel des Kunden steht. Der Portfoliomanager wiederum überprüft den Umschichtungsvorschlag des Programms und gibt ihn frei. Auf diese Weise ermöglicht die Portfolioüberwachung schnelle Reaktionen auf Änderungen am Kapitalmarkt und damit ein effizientes Risikomanagement, ohne dabei die langfristigen Anlageziele des Kunden aus dem Blick zu verlieren.

Wodurch sich erstklassige Robo-Advisors auszeichnen

Folgende Ansprüche sollten Anleger also an einen Robo-Advisor in Deutschland haben:

  • Breites Anlageuniversum. Durch intelligente Kombination verschiedener Anlageklassen sinkt das Gesamtrisiko eines Portfolios, ohne dass die Renditechancen darunter leiden. Diversifikationsnutzen wird das genannt. Daher ist es wichtig, dass sich das Anlageuniversum eines Robo-Advisors nicht nur auf wenige Vermögensbereiche beschränkt, sondern möglichst breit gefächert ist. Es sollte also nicht nur ETFs oder Investmentfonds auf Anleihen und Aktien umfassen, sondern auch andere Assets wie Rohstoffe oder Immobilien beinhalten.
  • Maßgeschneiderte Strategie. Die Investmentstrategie ist der Ausgangspunkt und die Basis für das spätere Vermögensmanagement. Die Strategie muss daher die Präferenzen des Anlegers hinsichtlich seiner Renditeerwartung sowie seiner Risikoneigung bestmöglich berücksichtigen. Ohne stimmige Anlagestrategie droht der Robo-Advisor, das Ziel aus den Augen zu verlieren.
  • Zielführende Umsetzung. Die Umsetzung der Anlagestrategie sollte möglichst effizient und preiswert sein. Die Basisinstrumente für Robo-Advisors stellen passiv gemanagte Exchange Traded Funds (ETFs) dar. Sie sind kostengünstig, können börsentäglich gehandelt werden und entwickeln sich nahezu exakt so, wie der zugrundeliegende Anlagebereich. Dennoch kann es sinnvoll sein, auch aktiv gemanagte Investmentfonds in das Portfolio aufzunehmen, etwa um Chancen in bestimmten Nischen zu nutzen oder eine Outperformance gegenüber dem Markt zu erzielen. Passiv und aktiv schließen sich also nicht aus, sondern ergänzen sich idealerweise gegenseitig.
  • Roboter-Mensch-Kombination. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, sollte eine digitale Vermögensverwaltung nicht nur auf moderne Technologie setzen, sondern sich auch menschliches Know-how zunutze machen. Während der Algorithmus das Anlegerprofil, den Risikograd und die Anlagestrategie ermittelt sowie die Portfoliozusammensetzung fortlaufend anpasst, überwacht der zuständige Portfoliomanager den Investmentprozess und schreitet bei Bedarf aktiv ein.
  • Exzellenter Service. Der Investmentprozess muss für den Anleger jederzeit und in Echtzeit nachvollziehbar sein. Sollte der Kunde Fragen oder Wünsche haben, muss er jederzeit einen Ansprechpartner kontaktieren können.
  • Transparentes und faires Vergütungsmodell. Die Kosten des Robo-Advisors müssen für den Anleger fair bemessen sein. Das beinhaltet, dass Kosten nicht einzeln abgerechnet werden, sondern übersichtlich in einer festen jährlichen Kostenquote zusammengefasst sind. Der Kunde weiß dann ganz genau, welche Kosten ihn für welches Portfoliovolumen pro Jahr entstehen. Im Normalfall sollte die Servicegebühr unter 1% betragen.

Weiterführende Links:

Mehr Informationen zum Angebot von Moneyfarm.

Erfahren Sie mehr über das aktive Risikomanagement.

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Risikohinweis: Die Kapitalanlage ist mit Risiken verbunden. Der Wert Ihrer Anlagen bzw. die Kurse der Investmentfonds wie auch die daraus fließenden Erträge sind Schwankungen unterworfen oder können ganz entfallen. Daher kann es passieren, dass Sie den von Ihnen angelegten Betrag nicht in voller Höhe zurückerhalten. Im Extremfall besteht auch das Risiko eines Totalverlustes Ihrer investierten Vermögenswerte.