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Sicherer geht’s nicht? Alles über inflationsgeschützte Anleihen

Die Inflation ist als Anstieg des allgemeinen Preisniveaus von Waren und Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft in einem bestimmten Zeitraum definiert. Sie gehört zu den negativsten Kräften, mit denen sich Anleger konfrontiert sehen, da sie die Kapitalrenditen sinken lässt. Jede langfristige Anlagestrategie sollte darauf abzielen, sich vor dem Inflationsrisiko zu schützen.

Viele Vermögenswerte – zum Beispiel einige Rohstoffe – und Investmentstrategien schützen Investoren vor der Inflation. Außerdem reagieren einige Aktiensektoren, wie Import- und Exportaktien, sensibel auf erwarteten Preisdruck. Der wichtigste Baustein einer inflationsbekämpfenden Strategie sind aber wahrscheinlich inflationsgeschützte Staatsanleihen. Viele Regierungen von Industrieländern geben inflationsgeschützte Anleihen heraus, um ihr inflationsgeschütztes Einkommen (Steuereinnahmen) abzusichern und günstige Finanzierungen zu ermöglichen.

Was sind inflationsgeschützte Anleihen?

Eine inflationsgeschützte Anleihe, auch inflationsindexierte Anleihe bzw. Inflationsanleihe genannt, wird normalerweise von der Regierung eines Staates ausgegeben. Ihr Cashflow entspricht dem einer regulären Staatsanleihe mit regelmäßigen Kuponzahlungen und der Rückzahlung des Gesamtbetrags bei Fälligkeit. In diesem Fall steigen die Kupon- und Rückzahlungsbeträge allerdings mit der Inflation, welche auf einem Index basiert. Die meisten inflationsindexierten Anleihen garantieren eine Kapitalrückzahlung von mindestens 100 % bei Fälligkeit (mit Ausnahme von Großbritannien, Kanada und Japan), wodurch Investoren vor längeren Deflationsperioden geschützt werden.

Inflationsanleihen werden oft mit festverzinslichen Staatsanleihen mit ähnlicher Fälligkeit verglichen (deren Kuponzahlungen und Kapitalsumme nicht aufgrund der Inflation steigen), um ihre Erträge zu beurteilen. Der Ertrag einer festverzinslichen Staatsanleihe wird nominale Rendite genannt. Diese Rendite wird von der Inflation negativ beeinflusst, sodass die sogenannte reale Rendite sich schmälert – denn die Kaufkraft des Zinskupons sowie des Rückzahlungsbetrags hat sich während der Anlagedauer durch die Inflation geschmälert. Die Erträge von inflationsgeschützten Anleihen hingegen sind bleiben inflationsbereinigt stabil, d.h. Anleger erzielen stets konstante reale Renditen.

Die Break-Even-Inflationsrate

Dieser Unterschied zwischen nominalen Anleihen und inflationsgeschützten Anleihen bringt uns zu einem wichtigen Konzept, das als Break-Even-Inflationsrate bezeichnet wird. Es handelt sich um die Differenz zwischen der Rendite einer nominalen festverzinslichen Anleihe und der realen Rendite einer inflationsgeschützten Anleihe mit ähnlicher Laufzeit und Kreditqualität. Da inflationsindexierte Anleihen vom Charakter her flexibel verzinsliche Anleihen sind, d.h. der Kupon nicht für die Laufzeit festgeschrieben wird, und sich durch die Inflationsindexierung eine Chance auf höhere nominale Zahlungen ergibt, ist der Zinskupon (vor etwaigen Anpassungen auf Basis der Inflationsindexierung) in aller Regel niedriger angesetzt als bei festverzinslichen Anleihen. Falls die Inflation im Durchschnitt über der Break-Even-Rate liegt, wird die inflationsgebundene Anlage bessere Ergebnisse liefern als festverzinsliche Anleihen. Liegt die Inflation hingegen im Durchschnitt unter dem Break-Even-Punkt, werden festverzinsliche Anlagen inflationsgeschützte Anleihen übertreffen. Die derzeitige Break-Even-Raten von 10-jährigen Staatsanleihen der USA, Großbritanniens, Deutschlands, Italiens und Japans sind zum Beispiel 1,60%, 2,3%, 0,97%, 0,76% bzw. 0,39%, was die unterschiedlichen langfristigen Inflationserwartungen in den einzelnen Märkten widerspiegelt.

Risiken von inflationsgebundenen Anleihen

Zu den Risiken, denen inflationsgebundene Anleihen ausgesetzt sind, gehören hauptsächlich das staatliche Kreditausfallrisiko und das Zinsänderungsrisiko. Das staatliche Risiko bezieht sich in der Regel darauf, dass eine Regierung nicht bereit oder in der Lage ist, ihren Kreditverpflichtungen nachzukommen. Da inflationsgeschützte Anleihen einen Großteil ihrer Kuponzahlungen in späten Laufzeitjahren versprechen, ist die durchschnittliche Rückzahlung noch stärker in Richtung Fälligkeitstermin verschoben, und damit ergibt sich gegenüber regulären Anleihen ein etwas höheres Kreditausfallrisiko.. Das staatliche Risiko wird jedoch für die meisten Regierungen von Industrieländern als gering eingestuft.

Das wohl wichtigere Risiko bei der Investition in inflationsindexierte Anleihen ist das Zinsänderungsrisiko, d.h. die Möglichkeit einer Besserung der Zinslandschaft für Anleger während der Laufzeit der entsprechenden Anleihe. Eine solche Veränderung würde die Anleihe gegenüber später ausgegebenen Anleihen unattraktiver machen und entsprechend deren Kurs senken. Je länger die Laufzeit einer Anleihe, desto größer die Änderung des Anleihekurses als Reaktion auf Veränderungen des Marktzinssatzes und entsprechend umso größer das Zinsänderungsrisiko

Über ETF-Instrumente in inflationsgeschützte Anleihen investieren

Im Vergleich zu inflationsgebundenen Staatsanleihen ermöglichen es börsengehandelte Fonds wie (ETFs) mit inflationsgeschützten Anleihen den Anlegern oft, eine effiziente Strategie zum Schutz vor der Inflation aufzubauen. In den meisten Fällen ist dies auch kostengünstiger als traditionelle Anlageinstrumente oder eine direkte Investition in inflationsgebundene Anleihen.

Inflationsgeschützte ETFs, die in Inflationsanleihen aus Industrienationen investieren, decken (trotz der geringen Größe ihres ETF-Universums im Vergleich zu anderen wichtigen Anlageklassen) das gesamte Laufzeitenspektrum des inflationsgeschützten Marktes ab, erhöhen die Liquidität des zugrunde liegenden Marktes und erleichtern den Anlegern den Zugang zu diesem Markt. Inflationsgebundene Anleihen sind in der Regel auf lange Laufzeiten ausgerichtet. Daher weisen ETFs mit inflationsgeschützten Anleihen meist eine lange Laufzeit auf.

Die jährliche Verwaltungsgebühr für die meisten ETFs mit inflationsgebundenen Anleihen beträgt zwischen 0,20% und 0,25 % und hängt von den verwalteten Vermögenswerten ab. Diese Kosten sind niedriger als jene aktiv verwalteter und traditioneller indexgebundener Fonds. Laut Morningstar, einem Finanzinformationsunternehmen, liegt die durchschnittliche jährliche Verwaltungsgebühr eines aktiven Rentenfonds bei rund 1,1 %, während die durchschnittliche Verwaltungsgebühr eines passiven Index-Trackers für Anleihen bei etwa 0,30% liegt (Stand: 2019). Da die Kosten die einzige Fixgröße einer Investition sind, sollten inflationsgebundene ETFs in keinem breit aufgestellten Portfolio fehlen.

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