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Sichere Anlagen: So legen Sie Ihr Geld am besten an

Anleger verschenken oft bares Geld, weil Sie nur das Risiko im Auge haben. Denken Sie um. Sicher Geld anlegen bei einem Mehr an Ertrag – das geht.

„German Angst“ ist ein Begriff, der in den internationalen Sprachgebrauch Einzug gefunden hat. Gemeint ist damit, dass die Deutschen tendenziell bestrebt sind, Risiken soweit wie möglich zu vermeiden. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass die Bundesbürger auch bei ihrem Erspartes am liebsten auf Nummer sicher gehen. Nur kein Wagnis, lautet die Devise. Bestätigt wird die Risikoaversion durch eine Umfrage des Deutschen Bankenverbandes vom Dezember 2018. Demnach ist das Sparkonto hierzulande nach wie vor die beliebteste Anlageform.

Sichere Geldanlage heißt nicht gute Geldanlage

Aber ist es wirklich eine gute und sinnvolle Idee, das ganz Geld zur Bank zu tragen oder in anderen vermeintlich sicheren Anlageformen zu parken? Mitnichten – und irgendwie scheinen die deutschen Sparer das auch zu ahnen. Denn in der besagten Studie des Bankenverbandes gaben 62 Prozent der Befragten an, mit der Wertentwicklung ihrer Anlagen unzufrieden zu sein. Trotz dieser ernüchternden Bilanz ist die Risikoaversion der Deutschen bei der Geldanlage weiterhin sehr hoch: 86 Prozent der Umfrageteilnehmer können sich demnach nicht vorstellen, ein höheres Anlagerisiko für die Chance auf eine höhere Rendite einzugehen.

Was Anlagen ohne Risiko gemeinsam haben

Was ist unter „sicheren Geldanlagen“ eigentlich zu verstehen? Allgemein gelten Investments als risikolos, wenn sie keine oder nur eine sehr geringe Ausfallwahrscheinlichkeit beinhalten und die Vermögenswerte nicht oder nur gering schwanken. Sichere Anlagen sind demnach unter anderem:

Bargeld und Sichteinlagen

Nach Angaben der Deutschen Bundesbank entfallen 2,71 Billionen (!) Euro – das entspricht mehr als einem Viertel des gesamten Geldvermögens der deutschen Privathaushalte – auf diese beiden Wertaufbewahrungsmittel. Von Wertaufbewahrung zu sprechen, ist allerdings sehr vermessen. Denn zum einen gibt es auf Bargeld keine Zinsen, und  auch bei den meisten Sichteinlagen – damit sind Girokonto- und Tagesgeldguthaben gemeint – muss man derzeit auf eine Rendite verzichten. Der andere Punkt ist, dass für den langfristigen Vermögensaufbau eine Rendite von oder nahe Null nicht ausreicht. Denn bei einer Inflationsrate von zuletzt 1,7 Prozent (Januar 2019) verliert das Ersparte beständig an Wert. Dieser inflationsbedingte Kaufkraftverlust des Geldes scheint vielen Sparern nicht bewusst zu sein, oder sie blenden es einfach aus.

Spareinlagen und Termingelder

In diesen beiden Anlageformen haben die Deutschen fast 830 Milliarden Euro – und damit fast 15 Prozent ihres gesamten Geldvermögens – gebunkert. Zinsen dafür gibt es ebenfalls kaum welche, und wenn doch, dann nur bei längeren Kündigungsfristen. Der „Nutzen“ für die Vermögensanlage ist der Gleiche wie oben beschreiben: quasi nicht vorhanden.

Bundeswertpapiere.

Bundesanleihen, Bundesobligationen und Bundesschatzbriefe gelten als sehr sicher, immerhin steht die Bundesrepublik Deutschland, besser gesagt die Steuerzahler, für die Rückzahlung ein. Allerdings herrscht auch bei dieser Anlageklassen ein akuter Zinsnotstand. Bei Bundeanleihen mit zehnjähriger Laufzeit gibt es magere 0,25 Prozent. Um etwas mehr als ein Prozent zu erhalten, braucht es schon Laufzeiten von 30 Jahren (Stand: Februar 2019).

Bundesanleihen: Von wegen werthaltig!

Wer heute 10-jährige Bundesanleihen erwirbt, bekommt dafür vom Staat 0,25 Prozent Zinsen pro Jahr gutgeschrieben. Angenommen, die durchschnittliche Inflationsrate beläuft sich während des Anlagezeitraum auf 1,5 Prozent pro Jahr. Dann hätte infolge der negativen Realzinsen (minus 1,25 Prozent) eine Anlagesumme von 10.000 Euro bei Fälligkeit der Bundesanleihen in zehn Jahren nur noch eine Kaufkraft von rund 8.818 Euro. Realer Vermögensverlust wird dieses Phänomen genannt.

Quelle: eigene Berechnung

Dass sich an dem niedrigen Zinsniveau so schnell etwas ändern wird, davon ist nicht auszugehen. Denn mit einer Leitzinserhöhung durch die EZB wird es in diesem Jahr voraussichtlich nichts mehr werden. Zumindest hat das Zentralbankchef Mario Draghi im Januar auf der Pressekonferenz nach der EZB-Sitzung relativ offen angedeutet. Und sollten die Zinsen doch schneller steigen als erwartet, dann müssen Anleger, die bereits in Bundesanleihen investiert sind, mit Kursverlusten ihrer Papiere rechnen. Dabei gilt: Je länger die Laufzeit, umso stärker schlägt der Zinsänderungseffekt negativ auf die Kurse durch.

Edelmetalle

Edelmetalle wie Gold gelten als sicherer Hafen. Wer es physisch besitzt, trägt kein Ausfallrisiko, wie bei anderen Wertpapieren. Allerdings ist der physische Erwerb von Barren und Münzen nicht unproblematisch. Zum einen muss bei einem Kauf mit Preisaufschlägen gerechnet werden und bei Verkäufen mit entsprechenden Abschlägen. Außerdem unterliegt der Kauf von Edelmetallen wie Silber, Platin oder Palladium in Deutschland einer 19-prozentigen Mehrwertsteuer. Lediglich Gold ist davon befreit.  Zum anderen ergibt sich möglicherweise ein Problem, das Edelmetall sicher zu lagern.

Diese Hürden lassen sich durch Gold-ETFs umgehen. Zwar ist der Inhaber dann nicht in unmittelbarem Besitz des Metalls, da es von einer Verwahrstelle gelagert wird. Der ETF verbrieft aber ein anteiliges Eigentumsrecht am Goldvermögen der ausgebenden Gesellschaft.

Gleichwohl neigen die Edelmetall-Preise mitunter dazu, stark zu schwanken. Daher können sie zumindest als kurz- bis mittelfristige Anlage nur als bedingt risikolos eingestuft werden, zumal die Preiseinflussfaktoren für Laien nicht so einfach zu durchschauen sind. Geht der Preis nach oben, ist alles gut. Sacken die Notierungen jedoch ab, sind zumindest Buchverluste die Folge. Gold, zum Beispiel, notierte vor sieben Jahren noch bei knapp 1.800 US-Dollar. Aktuell kostet die Unze nur noch etwa 1.300 US-Dollar, also 500 US-Dollar bzw. 28 Prozent weniger.

Tipps für eine gute Geldanlage

Generell ist gegen sichere Anlage nicht einzuwenden. Bankeinlagen zum Beispiel schwanken nicht, sind durch Einlagensicherungsfonds geschützt und können in der Regel jederzeit transferiert werden. Allerdings ist mit Geldanlagen ohne Risiko – wie gesehen – weder eine zufriedenstellende Mehrung des Ersparten noch ein effizienter Vermögensaufbau möglich. Grund genug für Anleger, einmal Bilanz zu ziehen und ihr Anlageverhalten auf den Prüfstand zu stellen Das dürfte sich für viele langfristig lohnen. Auf Sicherheit muss dabei nicht gänzlich verzichtet werden. In der Vermögensanlage gibt es einige Kniffe, mit denen sich das Anlagerisiko senken lässt, das Geld aber trotzdem gut und sinnvoll angelegt ist.

Doch was ist eigentlich unter Risiko zu verstehen? Der gebräuchlichste Risikoindikator bei Finanzanlagen ist die Volatilität. Sie gibt darüber Auskunft, mit welcher Intensität eine Anlage schwankt. Eine Anlage, die nur wenig ausschlägt, ist weniger riskant als eine, deren Kurse in einer großen Bandbreite hin und her springen. Denn je höher die Volatilität, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das angestrebte Ergebnis nicht erreicht wird.

>> Tipp 1: Nutzen Sie die Macht der Diversifikation

Unter Diversifikation versteht man die Streuung des Vermögens auf verschiedene Wertpapiere oder Anlageklassen. Es ist erwiesen, dass das Gesamtrisiko eines Portfolios, gemeint ist damit dessen Volatilität, sich durch Diversifikation reduzieren lässt, ohne dass dabei die Rendite geschmälert wird. Im Idealfall ist durch ein geschickte Risikostreuung sogar beides möglich: Eine Erhöhung der Rendite bei weniger Risiko. Damit der Diversifikationsnutzen eintritt, muss allerdings eine wichtige Voraussetzung erfüllt sein. Die Kurse der Anlagen oder Wertpapiere dürfen nicht oder nur bedingt miteinander korrelieren. Das heißt, sie sollten sich nicht zu stark in die gleiche Richtung entwickeln.

Aktienindizes profitieren von der Diversifikation

Dank des Diversifikationsnutzen sind auch Aktien weitaus weniger riskant, als viele Anleger denken. Einzeltitel, insbesondere wenn es sich um hoch bewertete Wachstumsaktien handelt, mögen zwar heftig schwanken, ein Aktienindex, der 30, 50 oder 100 Werte enthält, entwickelt sich dagegen deutlich stetiger. Dazu ein Beispiel: Die Aktie der DAX-Gesellschaft Wirecard wies in den vergangenen zwölf Monaten Jahren mit einem Wert von 62 Prozent eine ausgesprochen hohe Volatilität aus. Beim DAX lag die Volatilität im gleichen Zeitraum bei nur 16 Prozent (Quelle: Bloomberg, Stand: 10. Februar 2019).

Auf die richtige Mischung kommt es an

Das Risiko lässt sich weiter senken, wenn die Streuung nicht nur innerhalb einer Anlageklasse (zum Beispiel Aktien) erfolgt, sondern auch andere Anlagebereiche wie zum Beispiel Staatsanleihen mit einschließt. Auch hier ein Beispiel: Ein Portfolio, das aus 50 Prozent DAX-Aktien und 50 Prozent deutsche Staatsanleihen besteht, hätte – zurückgerechnet auf das Jahr 1998 – mit einer Rendite von 5,5 Prozent pro Jahr und einer jährlichen Volatilität von 10,2 Prozent ein besseres Chance-Risiko-Profil aufgewiesen, als jede der beiden Komponenten für sich allein genommen. Eine noch größere Kraft entwickelt der  Diversifikationsnutzen bei einem Multi-Asset-Portfolio, das neben Aktien und Staatsanleihen noch weitere Anlageklassen wie zum Beispiel Unternehmensanleihen oder Rohstoffe enthält.

>>Tipp 2: Denken Sie langfristig

Aktienanlagen mögen zwar schwanken. Langfristig gesehen, überwiegen aber klar die positiven Renditeeffekte. Will heißen, je länger der Anlagehorizont, umso geringer ist das Risiko, mit Aktien Geld zu verlieren. Statistisch gesehen kam es in den vergangenen 30 Jahren beim DAX zwar in durchschnittlich in jedem dritten Jahr zu einem Kursrückgang. Da es langfristig jedoch „bergauf“ ging, wurden die Verluste über die Jahre hinweg mehr als ausgeglichen. Wie aus dem Renditedreieck des Deutsche Aktieninstituts hervorgeht, reichte in Vergangenheit ein Anlagehorizont von 13 Jahren aus, um mit einer DAX-Anlage in jedem Fall einen Gewinn zu erzielen.

Aktien für den langfristiger Vermögensaufbau nutzen

Den positiven Renditeeffekt von Aktien sollten sich Anleger insbesondere auch beim Vermögensaufbau, etwa für die private Altersvorsorge, zunutze machen. Auch hier liefert eine Untersuchung des Deutschen Aktieninstituts interessante Ergebnisse. Das Institut analysierte über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten alle möglichen DAX-Sparpläne. Das Ergebnis: Ab einer Zeitspanne von 20 Jahren wiesen alle untersuchten DAX-Sparpläne einen Gewinn aus, wobei in 81 Prozent der Fälle die Rendite zum Teil deutlich über dem Ertrag von Sparplänen in deutsche Staatsanleihen lag.

>>Tipp 3: Setzen Sie auf passive und aktive Fonds

Vom Diversifikationsnutzen war ja bereits die Rede. Doch wie lässt sich die Risikostreuung in der Praxis umsetzen. Eine Möglichkeit hierzu bieten Exchange Traded Funds, kurz ETFs, ETFs sind passiv gemanagte, börsengehandelte Indexfonds die darauf abzielen, die Wertentwicklung eines Index wie beispielsweise des DAX® möglichst exakt nachzubilden. Das hat zweierlei Vorteile: Zum einen repräsentieren Indizes ein bestimmtes Marktsegment. Durch den ETF bekommt der Anleger die Streuung innerhalb des Marktsegments quasi mitgeliefert. Zum anderen ist nur eine Transaktion nötig, um den kompletten Index über den ETF in sein Depot aufzunehmen. Exchange Traded Funds vereinen auf diese Weise eine breite Risikostreuung mit einer leichten Handelbarkeit. Weil sie auf fast alle Assetklassen (unter anderem: Aktienindizes, Rohstoffindizes, Geldmarktindizes, Anleihenindizes) erhältlich sind, lässt sich auf relativ unkomplizierte Weise ein breites und über alle Spektren diversifiziertes Portfolio zusammenstellen.

Aktives Management bietet Chance auf Zusatzerträge

Neben passiv verwalteten ETFs können auch aktiv gemanagte Investmentfonds zur Optimierung des Portfolios eingesetzt werden. Ein ETF entwickelt sich – da er die Wertentwicklung eines bestimmten Marktes nahezu exakt abbildet – nie besser als dieser. Bei gut gemanagten Investmentfonds besteht indes die Chance auf eine Outperformance. Zumindest ist das das Ziel der meisten Fondsmanager. Inwiefern das gelingt, hängt jedoch von der Qualität des Fondsmanagements ab. Wer sich also für einen klassischen Investmentfonds interessiert – egal ob Aktien-, Anleihen- oder Mischfonds – sollte dessen Historie genau unter die Lupe nehmen.

>>Tipp 4: Geben Sie Ihr Vermögen in gute Hände

Wer Vermögen richtig und sinnvoll anlegen oder aufbauen will, sollte nichts dem Zufall überlassen. Eine besondere Bedeutung kommt deshalb dem Risikomanagement zu. Die Aufgabe des Risikomanagements ist es, das Risiko eines Portfolios zu erfassen, zu bewerten, zu überwachen und nach den individuellen Bedürfnissen zu steuern. In der Regel kommt dabei die Volatilität als Risikokennzahl zum Einsatz. Nimmt die Volatilität in einer Anlageklasse zum Beispiel übergebührlich zu, dann kann dem mit Umschichtungen begegnet werden. Die meisten Privatanleger dürften mit dem Risikomanagement ihres Portfolios überfordert sein. In diesem Fall sind professionelle Vermögensverwalter gefragt. Die sind in der Regel aber relativ teuer. Eine kostengünstige Alternative stellen digitale Vermögensverwaltungen da – auch als Robo Adviser bezeichnet.

Digitale Vermögensverwaltung mit menschlicher Komponente

Robo Adviser der neuesten Generation greifen im Gegensatz zu diskretionären Modellen aktiv in das strategische Portfoliomanagement ein und zeichnen sich durch eine fortlaufende Minimierung von Kosten und Risiken aus. Als besonders erfolgreich beim Risikomanagement haben sich digitale Vermögensverwaltung herausgestellt, bei denen neben der Software auch menschliche Portfoliomanager zum Einsatz kommen. In der Praxis kann das Teamwork zwischen Mensch und Maschine zum Beispiel so aussehen: Die Software beobachtet die Marktschwankungen am Kapitalmarkt und überprüft, ob das Portfolio noch im Einklang mit dem gewünschten Risikolevel des Kunden steht. Der Portfoliomanager wiederum überprüft den Umschichtungsvorschlag des Programms und gibt ihn frei. Auf diese Weise ermöglicht die Portfolioüberwachung schnelle Reaktionen auf Änderungen am Kapitalmarkt und damit ein effizientes Risikomanagement, ohne dabei die langfristigen Anlageziele des Kunden aus dem Blick zu verlieren.

>>Tipp 5: Achten Sie auf die Kosten

Eine gute Geldanlage muss nicht teuer sein. Für ETFs auf bekannte Aktienindizes fallen zum Beispiel im Schnitt lediglich jährliche Verwaltungsgebühren zwischen 0,1 und 0,2 Prozent des Anlagevolumens an. Auch digitale Vermögensverwaltungen bieten gegenüber herkömmlichen Vermögensberatungen zum Teil erhebliche Kostenvorteile, ohne dass der Anleger dabei auf Qualität und Professionalität verzichten muss. Schon ein Unterschied von einem Prozentpunkt kann sich – wie folgendes Beispiel zeigt –  im Laufe der Zeit zu beträchtlichen Summen addieren.

Im obigen Beispiel hätte der Anleger mit der digitalen Vermögensberatung infolge der niedrigeren Kosten einen Wertvorteil von fast 7.000 Euro erzielt. Dieser Vorteil stellt quasi einen Sicherheitspuffer dar, falls es an den Märkten mal länger und stärker nach unten geht.  Aus dieser Sicht tragen niedrige Kosten ebenfalls zur Sicherheit einer Anlage bei.

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