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Inflation: Das stille Risiko für Ihre Anlage

Minus 0,24 Prozent – zu diesem Zinssatz hat sich Deutschland am 12. Juni mit einer zehnjährigen Bundesanleihe refinanziert. Und die Nachfrage war riesengroß, die Emission um das 1,65fache überzeichnet.
Was in der Vergangenheit noch unvorstellbar war, ist im Niedrigzinsumfeld der letzten Jahre längst Normalität: negative Zinsen für Anlagen auch bei sehr langen Laufzeiten.

30 Jahre Niedrigzins?

Niedrigste Zinsen und kaum Inflation – es spricht derzeit wenig dafür, dass sich daran etwas ändert. Andreas Utermann, Chef von Allianz Global Investors sagt sogar, dass eine solche Phase durchaus noch 30 Jahre Bestand haben kann. Denn es hat sich eine recht stabile Konstellation entwickelt, die das übliche Auf und Ab im Wirtschaftszyklus zu verdrängen scheint.

Die Gründe sind vielschichtig, führen aber oft zum gleichen Thema: die Inflation. Egal ob Deutschland, EU, USA oder China. Es gibt aktuell keinen Preisdruck, die Werte liegen alle auf niedrigen Niveaus. In Deutschland sind es gerade mal 1,4 Prozent und damit deutlich unter der  Zielmarke der EZB von 2 Prozent.

Wesentlich sind die niedrigen Rohstoffpreise. Seit der Finanzkrise gab es keine Phase mehr, in der die Preise längerfristig hoch waren und damit Inflationsdruck erzeugt hätten. Ein zweiter Treiber für die Inflation ist der Arbeitsmarkt. Aber auch hier kommt kein lohninduzierter Preisdruck auf, das Ersetzen menschlicher Arbeit durch neue Technologien wirkt sogar gegenläufig. Zusätzlich wirkt die Globalisierung deflationär, weil Arbeitnehmer weniger Macht haben, höhere Löhne durchzusetzen – sonst droht die Verlagerung ihrer Arbeitsplätze ins Ausland.

Inflation ist der entscheidende Faktor

Es spricht also vieles dafür, dass die Inflation niedrig bleibt – und damit auch die Zinsen, denn die Inflation ist der fundamental entscheidende Faktor für die Renditeniveaus. Und eine nachhaltige Zinswende der EZB ist allen Spekulationen zum Trotz auf lange Zeit nicht absehbar.

Das heißt: Auskömmliche Sparzinsen gibt es nur noch in der Erinnerung an gute alte Zeiten. In der Realität steht weiterhin die schwarze Null, und manchmal ein kleiner Wert nach dem Komma. Umso erstaunlicher ist es, dass von den 6,5 Billionen Euro, die deutsche Anleger Ende 2018 investiert hatten, noch immer mehr als 40 Prozent auf dem Sparbuch oder Tagesgeld liegen und dort für Minizinsen sorgen.

Vor Inflation schützen

Was Anleger dabei oft vergessen: Auch wenn sich der Wert auf ihrem Tageszins nominal kaum verändert – in der Realität tut er das wohl. Denn die Kaufkraft wird geringer, auch bei kleiner Inflation. Die Rechnung lautet daher: Minizins – Inflation = Verlust. Auf Jahressicht mag das viele Anleger nicht schocken. Wer mit seinem Vermögen längerfristige Ziele verfolgt, muss den Inflationsabzug aber sehr wohl berücksichtigen. Denn die „reale Rendite“ ist die entscheidende Größe – und bei den meisten steht dort Jahr für Jahr ein realer Verlust.

Das wichtigste Ziel einer Anlagestrategie muss also lauten: vor Inflation schützen. Wie das gelingt? Mit dem richtigen Ansatz:

Schritt 1: Investiert sein

Das bedeutet, mit seinem Vermögen aktiv an der wirtschaftlichen Entwicklung partizipieren. Denn nur wer mitmacht, wird am Ende am Ertrag beteiligt – nämlich an dem Gewinn, den Unternehmen auch in Phasen niedriger Zinsen Jahr für Jahr erwirtschaften. Ein Teil dieser Gewinne fließt den Anlegern über Dividendenausschüttungen direkt zu. So haben beispielsweise die deutschen börsennotierten Unternehmen in der laufenden Saison 57 Mrd. Euro ausgeschüttet, 6,6 Prozent mehr als im Vorjahr und damit ein neuer Rekordwert. Leider haben deutsche Anleger davon kaum profitiert: Nur knapp 20 Prozent des Geldvermögens war in Aktien investiert, viele Anleger haben überhaupt keine Aktien.

Schritt 2: Den richtigen Anlagemix finden

Das Credo vieler Anleger: bloß nicht zu viel Risiko. Aber was bedeutet das konkret? Um herauszufinden, wie viel Risiko zur persönlichen Einstellung, Erfahrung und dem selbst gesteckten Anlageziel passt, ist eine Profilbestimmung wichtig.
Mit einem Test, der die wichtigsten Fragen zur individuellen Situation abdeckt und daraus einen entsprechenden Vorschlag für den Anlagemix ableitet, haben Anleger schnell Gewissheit. Sie wissen, wie viel Risiko sie wagen können und wie hoch der Anteil von sicheren Anlagen im Depot ausfallen sollte.

Schritt 3: Aktiv werden

Wissen ist gut, machen ist besser. Das heißt: die Anlagestrategie auch umsetzen. Denn nur dann kann das Vermögen arbeiten. Leider neigen Anleger dazu, die Entscheidung auf die lange Bank zu schieben und auf bessere Zeiten zu warten. Warten kann manchmal richtig sein. Beispielsweise in sehr schwierigen Zeiten wie in der Hochphase der Finanzkrise. In einem Marktumfeld mit normalen Aufs und Abs ist es aber sinnvoll, investiert zu sein und sich bietende Chancen zu nutzen. Dabei helfen kann ein erfahrener Manager, der die eigene Anlagestrategie direkt umsetzt – und während der Laufzeit aktiv steuert. So wird je nach Marktlage mal mehr und mal weniger in Aktien investiert, die Risiken bleiben im Rahmen und das Vermögen kann wachsen.

Schritt 4: Dabei bleiben

Kapitalmärkte schwanken. Das ist sicher. Wer darin aber nur das Risiko sieht, der irrt. Das gilt auch für die eigene Anlage. Wer nach Kursverlusten schnell das Handtuch wirft, vergibt sich alle Chancen auf Gewinn. Wer aber mit Bedacht agiert und immer auch die Zeit im Bewusstsein hat, in der er investiert sein kann, schneidet besser ab.

Am besten also gleich loslegen. Mit einer Anlagestrategie, die auf Ihr persönliches Profil zugeschnitten ist. Moneyfarm unterstützt Sie dabei: Wir erstellen gemeinsam mit Ihnen den passenden Anlageplan, steuern Ihr Vermögen aktiv und behalten die Risiken im Griff.

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