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Was die Märkte nächste Woche bewegt

Im Nachgang der Zentralbankmeetings und vor der anbrechenden Gewinnberichtssaison ab Mitte Oktober sollten in der kommenden Woche hauptsächlich Konjunkturdaten im Mittelpunkt stehen. Wie gewöhnlich zum Monatswechsel werden am Dienstag die Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe und am Donnerstag für das Dienstleistungsgewerbe für einen Reigen von Ländern und Regionen veröffentlicht.

Die vorläufigen Daten deuten zumindest für die Eurozone auf eine weitere Verlangsamung der Wachstumsdynamik hin. Deutschland könnte im dritten Quartal sogar in eine vorerst milde, sogenannte „technische“ Rezession einbiegen, also zwei Quartale hintereinander ein negatives Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt aufweisen. In Japan wird außerdem am Dienstag die Tankan-Umfrage für das dritte Quartal erwartet. In den USA sollte der Arbeitsmarktbericht am Freitag etwas mehr Klarheit darüber bringen, wie viel geldpolitische Unterstützung der Federal Reserve in diesem Jahr noch von Nöten ist um den US-Konjunkturzyklus am Laufen zu halten. Am Mittwoch kommt außerdem aus der Eurozone die Vorabschätzung für die Konsumentenpreisinflation im September.

Politisch könnte Großbritannien in den Mittelpunkt rücken. Nach der Entscheidung des obersten Gerichtshofes, dass die von Prime Minister Boris Johnson durchgesetzte Zwangspause des Parlamentes unrechtmäßig ist, dürften die politischen Entscheidungsprozesse in Richtung Brexit wieder volle Fahrt aufnehmen – am Mittwoch bricht der letzte Monat vor der derzeitigen Deadline am 31. Oktober an. Ein (erzwungener) Rücktritt von Boris Johnson rückt dabei ebenso in den Bereich des Möglichen wie eine erneute Verlängerung der Brexit-Frist und Neuwahlen im vierten Quartal.

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Ein Gastbeitrag von Stefan Rondorf, Senior Investment Strategist, Global Economics & Strategy bei Allianz Global Investors

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