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Was die US-Arbeitsmarktdaten für Anleger bedeuten

In dem am Mittwoch veröffentlichen ADP-Arbeitsmarktbericht, der als guter Vorlaufindikator für die offiziellen Zahlen zur Lage am US-Arbeitsmarkt gilt, findet man nun Schwarz auf Weiß die erste Zwischenbilanz der Coronavirus-Krise: Sie lautet 21.236.000. So viele Menschen haben innerhalb eines einzigen Monats ihre Arbeit in den USA verloren. Diese Zahl und ihre wirtschaftlichen Konsequenzen sind schwer intuitiv zu erfassen, aber als ein erster Vergleich kann die große Finanzkrise dienen: Seinerzeit wurden im schlimmsten Monat, nämlich dem Februar 2009, 834.000 Menschen arbeitslos, also gerade einmal vier Prozent der aktuellen Zahl. Und selbst im gesamten Zeitraum von Februar 2008 bis März 2010 summierten sich die Jobverluste auf „nur“ 8,6 Millionen – weniger als die Hälfte.

Die direkten wirtschaftlichen Auswirkungen sind entsprechend massiv. Das trifft allerdings auch auf die Gegenwehr von Geld- und Wirtschaftspolitik zu, die in Höchstgeschwindigkeit Form annahm und damit auch die Aktienmärkte antrieb: Der Verlust des S&P 500 beträgt seit Jahresanfang nur noch zehn Prozent, der Nasdaq 100 liegt sogar schon wieder leicht im Plus. Nur die „Old Economy“, beispielsweise in Europa, verzeichnet noch ein deutliches Minus von aktuell rund 20 Prozent. Dies veranlasst uns zu einer derzeit eher vorsichtigen Positionierung: Die Risiken einer zu frühen Öffnung der Wirtschaft in den USA und ein damit womöglich verbundener Rückfall in einen zweiten Lockdown, ein erneutes Aufflammen des Handelskriegs zwischen den USA und China oder die wieder sichtbar werdenden Sollbruchstellen in der Eurozone scheinen aktuell nicht voll eingepreist zu sein. Ein besonders glimpflicher Ausgang der Corona-Krise und die fortwährenden staatlichen Konjunkturprogramme könnten jedoch auch Chancen eröffnen.

Was bedeutet das für Anleger?

Gerade weil eine verlässliche Prognose über die kommenden zwölf Monate aktuell unmöglich erscheint, spricht Vieles dafür, dies als Chance zu sehen, um über einen Sparplan einen schrittweisen Einstieg in die Märkte zu wagen und dadurch auch von günstigeren Kursen zu profitieren. Darüber hinaus sollte aber auch viel Wert auf eine dynamische Allokation in verschiedene Anlageklassen gelegt werden, um auf die zahlreichen Risiken schnell reagieren und sich bietende Chancen ergreifen zu können.

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Risikohinweis: Die Kapitalanlage ist mit Risiken verbunden. Der Wert Ihrer Anlagen bzw. die Kurse der Investmentfonds wie auch die daraus fließenden Erträge sind Schwankungen unterworfen oder können ganz entfallen. Daher kann es passieren, dass Sie den von Ihnen angelegten Betrag nicht in voller Höhe zurückerhalten.