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Paul Volcker: Der Mann, der die Inflation besiegte

Paul Volcker ist heute von uns gegangen. Die Schlagzeilen behaupten, dass er zwischen 1979 und 1987 Vorsitzender der Federal Reserve war. Aber die Medien werden ihm so nicht wirklich gerecht. Er war vielleicht mehr als jeder andere dafür verantwortlich, die Inflation in den USA eingedämmt und so die Grundlagen für die letzten 30 Jahre niedriger Inflation gelegt zu haben.

Wie üblich: die Statistik zeigt alles. Im Schaubild sehen Sie das US-Leitzinsniveau (rote Linie) und die Inflation (blaue Linie) der letzten fünfzig Jahre. Denken Sie daran, dass die Zentralbanken heutzutage typischerweise eine Inflationsrate von etwa 2% pro Jahr anstreben.

Nun lassen Sie uns einen Blick auf Volckers Amtszeit werfen:

Die Grafik zeigt im Wesentlichen, dass vor seiner Ankunft (im August 1979) der Leitzins 11% betrug und die Inflation auf 15% zusteuerte. Volcker erhöhte die Zinsen umgehend auf 20% und stürzte die US-Wirtschaft gleich zweimal in eine Rezession. Die Arbeitslosenquote stieg über 10% und Volcker musste sich der Missbilligung der Bevölkerung aussetzen. Er konnte sich behaupten, und als er fertig war, waren die Inflationserwartungen der USA fest unter 10% verankert. Heutzutage machen wir uns Sorgen um die Deflation und sehen Zinssätze nahe Null, wenn nicht sogar darunter. Und es ist leicht zu vergessen, dass es nicht immer so war.

Für Finanzinvestoren leitete er ein goldenes Zeitalter der festverzinslichen Anlagen ein. Die folgende Grafik zeigt die 30-jährige Rendite der USA-Staatsanleihe seit 1980. Selbst der egoistischste Anleihenmanager (und es gibt einen ernsthaften Wettbewerb um diesen Titel) würde anerkennen, dass es das Leben viel einfacher macht, wenn die Renditen für lange Anleihen von 14% auf 2% in mehr oder weniger einer geraden Linie fallen. Für die breite Öffentlichkeit sorgte er für eine niedrigere Inflation. Man kann zu Recht über die Kosten und Nutzen einer Senkung der Inflation von 3% auf 2% diskutieren – aber die Vorteile einer Senkung der Inflation von 15% auf unter 5% sind ziemlich klar, vor allem für diejenigen, die keinen einfachen Zugang zum Inflationsschutz hatten (die in der Regel weniger wohlhabend waren).

Auch nach seiner Amtszeit konnte Volcker die Finanzpolitik vorantreiben. Als Antwort auf die Finanzkrise 2008 entwickelte er für Präsident Barack Obama die nach ihm benannte Volcker-Regel, durch die Eigenhandelsaktivitäten der Banken im Interesse eines stabileren Finanzsystems eingeschränkt werden.

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